Karma und Karneval – warum Mönche den Jecken nichts vormachen können

Warum ich einen wertschätzenden Artikel über Köln schreibe? 1. Kölner können besser Karneval feiern und 2. der frühere Lehrer und die lebende Skateboard-Legende Titus Dittmann ist schuld...

Ich bin im Westerwald aufgewachsen, habe mal eine kurze (dunkle) Zeit in Köln gewohnt und lebe seit einigen Jahren in Düsseldorf. Warum ich einen wertschätzenden Artikel über Köln schreibe, hat zwei Gründe: 1. Kölner können besser Karneval feiern und 2. ist ein anderer Westerwälder schuld: Titus Dittmann – früherer Lehrer und lebende Skateboard-Legende.

Wie wird denn so jemand bitte Lehrer?

Mit Titus sprach ich vor Kurzem über die Irrungen und Wirrungen seines Lebens – ein Lehrer hat ihn mal nach vorn geholt, vor die Klasse gestellt und gesagt: „Kinder – wenn aus euch im Leben nichts werden soll, müsst ihr nur sein wie der Titus.“ #mondaymotivation

„Schule macht zivilisationsfähig, aber selbstbestimmtes Lernen lebensfähig.“ Titus Dittmann

Tatsächlich fand Titus die meisten Schulfächer langweilig. Er tüftelte lieber an seinen Schummel-Methoden, als Latein zu lernen. Heute weiß der deutsche Tony Hawk, dass es einen Grund dafür gibt: ADHS – und Impulsivität und Hyperaktivität halten auch im Erwachsenenalter nicht still: In seinem 70-jährigen Leben gründet Titus über 100 Firmen und erwirtschaftet zwischenzeitlich über 100 Mio. € Umsatz. Es lässt sich gut nachvollziehen, warum er der Meinung ist, dass gute Noten kein Garant für ein gutes Leben sind.

ICH: „Wie wird so jemand wie du bitte Lehrer?“

TITUS: „Mhm ja … dat is… (…) ey sch***e. Kann ich nicht beantworten. Ich bin Lehrer geworden, weil sich das so ergeben hat. So ist das auch im Leben, das muss man einfach akzeptieren. Da liebe ich ja die Kölner, die sind sowieso viel weiter als alle anderen…“

Ähm, wie bitte? Was haben die Kölner damit zu tun? Für Titus sehr viel, denn im weiteren Verlauf stellt er die kölsche Lebensart auf eine Stufe mit tibetanischer Lebenskunst:

TITUS: „Et es wie et es. Et kütt, wie et kütt. Et hätt noch immer jot jejange. Das heißt ja nicht, dass einem alles scheiß egal ist, sondern das ist ja philosophisch…(…) und fast schon so wie in Tibet bei denen mit den orangenen Kutten …“

Fasten und Fastnacht, Achtsamkeit und Alkohol, Karma und Karneval – wie soll das zusammenpassen? In diesem Zusammenhang fiel mir ein viral gegangenes Video ein, dessen Protagonist übrigens früher mal Ingenieur bei Hewlett Packard war:

Ganz ehrlich: Why worry, denn Titus hat recht. Leg deinen Ratgeber zur Seite, roll deine Yoga-Matte zusammen, lösch die Meditations-App auf deinem Smartphone und mach dir klar, was den Kölnern schon lange klar ist:

§1 Et es wie et es

Wenn uns die Deutsche Bahn das nächste Mal im Stich lässt, lasst uns den Tatsachen ins Auge sehen. Wir können eh nichts ändern. Nutzen wir die Zeit!

§2 Et kütt, wie et kütt

Wenn uns das nächste Mal ein beruflicher Rückschlag ereilt, wir einen Kunden, einen wichtigen Auftrag oder etwa unseren Job verlieren, lasst uns keine Angst vor der Zukunft haben. Wir können ohnehin nichts am Lauf der Dinge ändern. Lasst uns besser das Gute im Schlechten erkennen.

§3 Et hätt noch immer jot jejange

Und wenn es doch so weit kommen sollte, dass wir kein Licht mehr am Ende des Tunnels sehen, lasst uns nicht vergessen, dass es schon gut gehen wird. Hinter den Wolken ist der Himmel immer blau…

Fazit

Den Kölnern fließt nicht nur helles Kölsch, sondern auch lebensbejahende Leichtigkeit durch die Adern. Lasst uns alle ein bisschen mehr kölsch sein. Und das sag ich als Düsseldorfer – ist bestimmt gut fürs Karma… 😉

 

Zum Gespräch mit Titus Dittman auf 🎥 YouTube oder 🎧 Spotify

Dr. Aaron Brückner