Was Steve Jobs mit 12 Jahren lernte

22.02.2018  • Blog • 

Es gibt wenige Menschen auf dieser Welt, die ein vergleichbares Vermächtnis vorweisen können, wie der als Adoptivkind aufgewachsene Steve Jobs. Ein Rückblick in seine Kindheit verrät, was ihn schon früh von anderen Menschen unterschied.

Es gibt wenige Menschen auf dieser Welt, die ein vergleichbares Vermächtnis vorweisen können, wie der als Adoptivkind aufgewachsene Steve Jobs. Sein Studium bricht er ab und wird Hippie. Er gründet Apple bis er aus seinem eigenen Unternehmen gedrängt wird. Die Gründungen und Verkäufe von NeXT und Pixar ebnen den Weg für seine Rückkehr. Es folgen die Durchbrüche mit Ipod, Iphone und Ipad. Im Jahr 2011, sieben Jahre nach der ersten Krebsdiagnose, stirbt Jobs im Kreise seiner Familie.

Die Kehrseite der Inspiration

Es hat Vor- und Nachteile, dass wir uns durch Menschen wie Steve Jobs inspirieren lassen. Auf der einen Seite gibt es keinen Grund zur Diskussion, denn so jemand Erfolgreiches wie er, ist ein glaubwürdiger Ratgeber. Was kann ich dem schon entgegensetzen, wenn Jobs sagt, dass ich erst dann glücklich werde, wenn ich auch meinen Job liebe? Er muss es wissen.

Auf der anderen Seite sind Visionäre wie Jobs Ausnahmeerscheinungen und genau das ist das Problem. Ich bin kein Genie wie Steve Jobs, ich besitze nicht die Weitsicht von Warren Buffett oder das Talent von Bill Gates: „Der hat gut reden. Wenn ich er wäre, würde ich meinen Job auch lieben“ – manchmal ertappe ich mich bei einem Gedanken wie diesem. Ich bin doch nur ein ganz normaler Mensch.

Von ganz normalen Menschen

Mein Fehler ist es, mich von den Errungenschaften solcher Visionäre blenden zu lassen. Also, WAS haben diese Menschen erreicht. Und es stimmt, ich werde wohl kein vergleichbares Unternehmen wie Apple,Berkshire Hathaway oder Microsoft aufbauen, aber das ist auch gar nicht nötig. Was ich lernen kann, ist WIE diese Menschen zu ihren Errungenschaften gekommen sind. Denn eines Tages ging es Jobs, Buffett und Gates ähnlich wie mir – sie hatten nichts vorzuweisen und blickten zu anderen Visionären auf – sie waren ganz normale Menschen. Gerade hier lässt sich am meisten lernen.

Natürlich bewundere ich die Rede von Steve Jobs aus dem Jahr 2005, wo er ein Jahr nach seiner Krebsdiagnose den Studierenden der Stanford University seine zentralen Lebensweisheiten mit auf den Weg gab – aber ich bin fasziniert von Geschichten aus seiner Jugend und beruflichen Startphase, weil sein Denken und Handeln in dieser „normalen Zeit“ die Grundlage für sein Vermächtnis legten.

Mit 12 Jahren auf der Suche nach Ersatzteilen

Ein Beispiel: In jungen Jahren sammelt Jobs eine Erfahrung, die sein Leben verändert. Mit 12 Jahren fängt er an mit Elektroteilen zu basteln und plant einen Frequenzzähler zu bauen (ein elektronisches Messgerät, das die Frequenz einer elektrischen Spannung misst). Kurzerhand sucht er die Telefonnummer von Bill Hewlett im Telefonbuch (Mitgründer des Technologiekonzerns Hewlett-Packard) und ruft ihn an. Als er persönlich ans Telefon geht, schildert ihm Jobs sein Anliegen: „Hi, mein Name ist Steve Jobs, ich bin 12 Jahre alt und gehe zur Schule. Ich möchte einen Frequenzzähler bauen und wollte fragen, ob Sie noch ein paar Ersatzteile übrighaben?“ Bill Hewlett lachte, organisierte die Bauteile und bot dem 12-jährigen Jungen einen Sommerjob in der Produktion für Frequenzzähler an. Im folgenden Sommer erste praktische Erfahrung bei Hewlett-Packard sammeln zu dürfen, war für Jobs ein fantastisches Erlebnis.

Steve Jobs merkt an, dass die meisten Menschen den Großteil ihrer Möglichkeiten verpassen, weil sie nicht fragen. Kaum jemand sagt Nein, wenn er ernsthaft um Hilfe gebeten wird: „Ich habe einfach immer gefragt, aber die meisten Menschen nehmen das Telefon nicht in die Hand.“

Was ich daraus lerne

„Fragen kostet nichts“, weiß der Volksmund schon lange und trotzdem hat mich das berührt. Wie viele Chancen habe ich in meinem Leben verpasst, weil ich dachte, ich müsste irgendetwas auf eigene Faust schaffen? Wie häufig habe ich zu früh aufgegeben, weil ich zu stolz war, um mir helfen zu lassen? Ich kann mich von Steve Jobs inspirieren lassen – nicht nur vom 52-jährigen Visionär, der mit einem Produkt wie dem Iphone die Welt veränderte, sondern vom 12-jährigen kleinen Jungen, der den Mut aufbrachte, einen fremden Menschen um Hilfe zu bitten.

Dr. Aaron Brückner